„Wünsche mir mehr Zuschauer“

IM GESPRÄCH: Matthias Möller, Trainer des TuS Nettelstedt II

Lübbecke. Auch für Matthias Möller war es eine Premiere. Der Trainer feierte mit dem Handball-Bezirksligisten TuS Nettelstedt II seinen ersten Aufstieg in die Landesliga.

„Am Anfang musste ich sehen, überhaupt eine spielfähige Mannschaft zusammen zu bekommen“, sagt der 50-Jährige, der im vierten Jahr beim TuS Nettelstedt II arbeitet und sich an den schwierigen Start seiner Amtszeit erinnert. Die Grundlage zum Aufstieg zusammen mit Meister Lahde-Quetzen bildete jetzt eine gute Rückrunde mit bislang lediglich drei Minuspunkten. Am heutigen Samstag beim TV Hille II (Anwurf 17.15 Uhr) und am 4. Mai zum Saisonfinale gegen den TuS Hartum stehen noch zwei Spiele auf dem Programm. NW-Sportredakteur Wilfried Brase sprach mit Matthias Möller über den Durchmarsch der Mannschaft von der 1. Kreisliga in die Landesliga.

Herr Möller, Abteilungsleiter Christian Hucke hat Ihnen nach dem Sieg in Gehlenbeck ausdrücklich als „Vater des Erfolgs“ gratuliert. Wie schwierig war die Vaterrolle auf dem Weg von der Kreisliga in die Landesliga?

MATTHIAS MÖLLER: Ich habe es nicht allein geschafft. Thorsten Waldmann hat im sportlichen Bereich mitgeholfen, Marc Schnepel hat viel im Umfeld verbessert. Mit Olli Schütte kam ein Torwart, der eine Mannschaft zusammenhalten kann, und mit Peter Grothe ein Youngster, der sich gleich gut eingelebt hat. Im zweiten Schritt ist es gelungen, sechs junge talentierte und motivierte Leute zu bekommen, von denen damals Manuel Nottmeier mit 22 Jahren der älteste war. Bis auf Florian Neumann, der in Hüllhorst in der A-Jugend-Oberliga gespielt hatte, kamen alle aus zweiten Mannschaften ihres Vereins. Dabei habe ich im Endeffekt auch Riesenglück gehabt.

Dies war die neue Grundlage des TuS Nettelstedt II, der damit aber noch nicht wieder aus der 1. Kreisliga heraus war. Was war dabei entscheidend?

MÖLLER: Wir haben bereits in der Rückserie der Saison 2010/11 nur noch wenig Punkte abgegeben und bis zum Schluss mit fünf Siege in den letzten fünf Spielen durchgezogen. Basti Winkler hat sich in der Saison bereits fast jedes Spiel von uns angeschaut und sich ein Bild von der Mannschaft gemacht. Sein Wechsel war dann das i-Tüpfelchen, denn damit hatte die Mannschaft den Führungsspieler im Angriff. Hinzu kam mit Jens Witting noch ein Landesliga erfahrener Spieler.

Wie groß ist der Sprung von der 1. Kreisliga in die Bezirksliga?

MÖLLER: Ich wollte unbedingt aus der Kreisliga heraus, was die Mannschaft mit 50:2 Punkten überragend geschafft hat. In der Bezirksliga ist jedoch vieles nicht viel anders, wie ich schnell erfahren musste. Vor der Serie hatten wir einen gesicherten Mittelfeldplatz als Ziel herausgegeben, aber bereits mit Blickrichtung nach oben. Platz drei oder vier sollten es schon sein, alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen. Dass es zu mehr reichen könnte, war erst nach dem Sieg über Lahde klar. Zum einen war er wichtig, weil die Spieler danach an sich geglaubt haben. Zum anderen, weil wir rechnerisch am TuS Hartum vorbei waren und es selbst in der Hand hatten, den zweiten Platz hinter Lahde zu schaffen.

Ist der TuS Nettelstedt II auch für den nächsten Schritt in die Landesliga gerüstet?

MÖLLER: Mit Feldspielern sind wir gut ausgestattet, wobei wir uns auf Rechtsaußen wieder auf Rechtshänder umstellen müssen. A-Jugendspieler werden das Sahnehäubchen sein, wenn sie dabei sind. Es ist mit Jugendkoordinator Konrad Bansa abgesprochen, dass dies auch der Fall sein wird, aber nicht in der Regelmäßigkeit wie zuletzt. Wir sind gut mit Stefan Bruns und Chris Byczynski gefahren. Ich hätte gerne mit ihnen weiter gearbeitet, aber bei fünf Trainingseinheiten in der Woche wird die Zeit auf für die A-Jugendlichen knapp. Hinzu kommt mit Jan Laurens Redecker vom TuS Gehlenbeck aber ein sehr guter Abwehrspieler und Kreisläufer, der auch Torgefahr ausstrahlt und die Mannschaft weiter verstärken wird.

Jan Laurens Redecker absolviert als Nachfolger von Frederik Lösche ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TuS Nettelstedt für die JSG NSM-Nettelstedt. Oliver Schütte übernimmt von Abteilungsleiter Christian Hucke künftig die Verantwortung für die dritte Mannschaft. Wie geht es auf der Torwartposition weiter?

MÖLLER: Wir müssen abwarten, wie sich Tino Bussmann, der bis zur A-Jugend alle Mannschaften der HSG Hüllhorst durchlaufen hat, entwickelt. Im Seniorenbereich hat er beim SV Schnathorst Fußball gespielt. Er hat aber im Training gleich die sehr guten Ansätze wieder erkennen lassen. Manuel Nottmeier muss außerdem seine teilweise überragenden Leistungen noch über einen längeren Zeitraum bringen und konstanter werden.

Was ist Ihr größter Wunsch für die Landesliga?

MÖLLER: Ich wünsche mir einen besseren Zuschauerzuspruch bei den Heimspielen. Die Mannschaft ist zwei Mal hintereinander aufstiegen und spielt einen schönen Handball aus einer sicherenAbwehr heraus. Ich finde, dass dies nicht genügend honoriert wird.


Es geht aufwärts:
Matthias Möller gelang mit Nettelstedt II der Landesliga-Aufstieg.


FOTO: WILFRIED BRASE

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

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