Die Selbermacher

Dortmund/Kreis Höxter. Die Handballer in Westfalen werden möglicherweise ihren Spielbetrieb in gut zwei Jahren nichtmehr über das Portal SIS-Handball organisieren, sondern die Aufgabe selbst in die Hand nehmen. Dafür beteiligte sich der Westdeutsche Handballverband (WHV) sowie der Handballverband Westfalen (HVW) an der kleinen Aktiengesellschaft mit dem Namen "Handball4all". 

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Zeigt Verständniss
Foto: KRÜGER

Nicht alle westfälischen Handballkreise wollen dieser Idee unwidersprochen folgen, was die hauchdünne Mehrheit von 9:8-Stimmen und einer Enthaltung bei der Sitzung des Erweiterten Präsidiums des HVW im vergangenen Jahr belegt. Dieter Stroband, gleichzeitig Präsident vonWHVund HVWund Ulrich Copar, Vize-Präsident Finanzen desHVW,erklären in einem exklusiven Gespräch mit dieser Zeitung,warum der Schritt aus ihrer Sicht notwendig ist und wohin die Reise gehenkönnte.

Bis zum 30. Juni 2015 bleibt alles beim Alten. Die Handballer in Westfalen werden ihren Spielbetrieb wie gewohnt über das Internetportal SIS-Handball organisieren. Was danach kommt, steht in den Sternen. Mit der Gründungsbeteiligung an der Handball4all AG haben der Westdeutsche Handballverband (WHV) und der Handballverband Westfalen (HVW) nun eine neue Richtung eingeschlagen: "Wir haben uns die Frage gestellt: Wer besitzt eigentlich die Rechte an den Daten, und was passiert, wenn die Firma GateCom Insolvenz anmelden muss. Außerdem haben wir die Technik von SIS-Handball hinterfragt. Es gibt heute modernere, web-basierte Lösungen. Wir sind außerdem zu der Auffassung gelangt, es wäre besser, wenn wir die Rechte und die Gelder im eigenen Haus behalten", rechtfertigt Ulrich Copar, Vize-Präsident Finanzen beim Handballverband Westfalen das Ziel, künftig eine eigene Software an den Start zu bringen.

Unterstützt wird Copar von Dieter Stroband, in einer Person Präsident des Westdeutschen Handballverbandes und des Handballverbandes Westfalen.; Wenn Copar von "wir" spricht, dann meint er das Präsidium des HVW. Die Idee einer Selber-Lösung stammt von diesem fünfköpfigen Gremium, das für die Durchsetzung aber auch die Mehrheit des Erweiterten Präsidiums (EP) des HVW angewiesen ist. Diese Mehrheit hat es bei einer Abstimmung im Juni des vergangenen Jahres auch gegeben, allerdings fiel sie mit 9:8 und einer Enthaltung denkbar knapp aus. "Mehrheit ist Mehrheit, auch wenn das Ergebnis knapp ist", erklärt Jurist Stroband, dem dennoch anzumerken ist, dass ihn das Abstimmungsergebnis nicht zufriedenstellt. "Ich kann die Bedenken der Kreisvertreter nachvollziehen. Wir hatten noch nichts Greifbares zu präsentieren und das sorgt für Unsicherheit", schränkt Stroband ein. Es gab eine Informationsveranstaltung in Kaiserau, "bei der wir hofften, sie würde ausreichen, was aber offensichtlich nicht ausreichte." Auch Copar gibt an, Verständnis für die Verärgerung der HVW-Mitglieder zu haben. "Aber - wer sein Ohr nicht am Markt hat, der ist schnell verschwunden und Trennungsschmerz gehört mit dazu, wenn es etwas Neues gibt", sagt der Unternehmer.; Die Lösung, die die Handball4all AG auf den Weg bringen soll, besteht aus zwei Software-Komponenten: Der Vereinsverwaltung "Phoenix" der Firma "it4sport" und der Spielbetriebssoftware "Siebenmeter". Letztere war bislang Eigentum des Handballverbandes Württemberg, soll aber in das Eigentum der Handball4all AG überführt werden. An "it4sport" (circa 45 Mitarbeiter) ist die Handball4all AG mit 20 Prozent beteiligt, genauso wie der Volleyball-Landesverband Württemberg und der schwäbische Skiverband. 30 Prozent hält die Tricept Informationssysteme AG mit Sitz in Detmold und die restlichen 10 Prozent Firmengründer Joachim Greiner.

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