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Fußball: Umbau des Lübbecker Sportplatzes nimmt die erste Hürde

Grünes Licht für Kunstrasen
Von Ingo Notz
Lübbecke (WB). Die erste Ampel steht auf Grün. Kunstrasengrün. Der bisherige Ascheplatz an der Lübbecker Kreissporthalle soll zu einem Kunstrasenplatz umgestaltet werden. Das hat gestern der Ausschuss für Jugend und Sport der Stadt Lübbecke empfohlen.
Bei einer Gegenstimme hat der Ausschuss gestern die Grundlage dafür geschaffen, dass der Kunstrasen kommen kann. »Wir müssen entscheiden, ob wir uns das leisten können«, betonte Bürgermeister Frank Haberbosch in der nur 40-minütigen Sitzung. »Mindestens 500000 Euro« müsse man dafür einkalkulieren. Dass der Bedarf da ist, betonte auch der Ausschussvorsitzende Torsten Stark: »Rasenplatztechnisch sind wir hinterwäldlerisch! Wir brauchen dringend einen Kunstrasenplatz!«
Dabei ist bereits im Rahmen der Sportstättenentwicklungsplanung 2014/2015 deutlich geworden, dass alle Rasensportplätze innerhalb des Stadtgebiets überspielt sind – teilweise bis zu 160 Prozent. Dadurch entstanden größere Pflegeaufwand ebenso wie häufige Platzsperren. Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, den zweiten Platz an der Obernfelder Allee als Kunstrasenstandort zu wählen – zu dem Zeitpunkt war den Beteiligten noch nicht klar, dass sich diese Möglichkeit auch an der Kreissporthalle umsetzen ließe.
Die Kosten dafür sorgten allerdings für einige besorgte Gesichter. »Wir wollen auf jeden Fall eine Kompensation erreichen«, unterstrich der Bürgermeister, dass die Kosten für die Unterhaltung des Kunstrasenplatzes nicht alleine von der Stadt zu tragen seien. Die Kompensation solle aber nicht in Form von geteilter Arbeit am Kunstrasenplatz erfolgen, sondern durch »erweiterte Pflege« an den jeweiligen Sportstätten der beteiligten Vereine. »Der Kunstrasenplatz muss von der Stadt gepflegt werden«, betonte Haberbosch.
Mit einem klaren »Nein« beschied er die CDU-Anfrage, ob die Stadt Lübbecke bereits nach dem Vorbild des Kunstrasenprojekts des FC Preußen im Espelkamper Sportpark Mittwald, der maßgeblich von den Unternehmern Paul Gauselmann und Dietmar Harting unterstützt worden ist, versucht habe, Sponsoren mit ins Boot zu holen. »Das ist ein städtisches Projekt und das werden wir auch selbst umsetzen. Ich werde nicht Klinken putzen bei Firmen. Lübbecke hat leider nicht zwei Unternehmerfamilien, die sich darin überbieten, Gutes für die Stadt zu tun. Wenn sich einer bereit erklärt, hab ich natürlich nichts dagegen – ist doch klar!« Eine Anregung kam vom Ausschussvorsitzenden: »Vielleicht gibt es ja einen, der 200000 Euro für die Namensrechte bezahlen würde?«
Die positive Grundhaltung des Kreises Minden-Lübbecke als Besitzer der Fläche, das WESTFALEN-BLATT berichtete in der vergangenen Woche exklusiv, vermittelte Bürgermeister Frank Haberbosch auch den Ausschussmitgliedern: »Der Kreis hat signalisiert, dass er da mitmacht!«
Im Rahmen der angedachten Weiternutzung des Platzes soll gleichzeitig die Mitnutzung von Umkleiden und Duschen in der Kreissporthalle geregelt werden, ebenso sind die notwendigen Kosten für die Anlage und laufende Unterhaltung des Platzes einschließlich der Installierung einer Umzäunung und notwendiger Ballfangzäune zu ermitteln. Die entsprechenden Mittel für den Umbau zu einem Kunstrasenplatz sollen im Haushalt 2018 bereitgestellt werden, so dass im Idealfall bereits zur übernächsten Saison der Platz dauerhaft genutzt werden kann.
Da der Ausschuss anschließend mit einer überwältigenden Mehrheit für das Projekt gestimmt hat, ist die erste Hürde auf dem Weg zum ersten Kunstrasenplatz in Lübbecke genommen worden. Nun muss das Projekt durch weitere Ausschüsse und den Rat der Stadt, um dann 2018 realisiert werden zu können. Die erste Ampel steht aber schon einmal auf Grün. Kunstrasengrün!
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So sieht es an der Kreissporthalle bald nicht mehr aus: Der Aschenplatz soll zu einem Kunstrasenplatz umgebaut werden. Foto: Ingo Notz
Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 12. Juli 2017

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