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Fußball: Stadt Lübbecke arbeitet mit den Vereinen an der Realisierung eines Kunstrasenplatzes

Die Asche weicht der »Kunst«
Von Ingo Notz
Lübbecke(WB). In Hüllhorst war der erste, in Espelkamp der zweite. Nun deutet sich ein spektakulärer Doppelschlag an, der die Anzahl der Fußball-Kunstrasenplätze im Altkreis auf einen Schlag verdoppeln würde: In Lübbecke und erneut in Espelkamp gibt es konkrete Pläne für zwei neue Kunstrasenplätze.
In Lübbecke ist es seit einigen Wochen ein offenes Geheimnis: Der bisherige Ascheplatz an der Kreissporthalle soll zu einem Kunstrasenplatz umgestaltet werden. Dass die Planungen entsprechend weit fortgeschritten sind, wollte seitens der Stadt Lübbecke vor einigen Wochen noch niemand bestätigen. Jetzt liegt die Bestätigung für diese Pläne allerdings Schwarz auf Weiß vor – und sie sind schon so konkret, dass für die kommende Sitzung des Stadtausschusses für Jugend und Sport am kommenden Dienstag ein Beschlussvorschlag zu diesem Thema vorliegt. Darin wird die Veraltung damit beauftragt, die bisherige Vereinbarung mit dem Besitzer der Fläche – die gehört dem Kreis Minden-Lübbecke – um eine »ausreichend lange Laufzeit« zu ergänzen: Aufgrund einer Vereinbarung aus dem Jahr 2009 wird der Platz durch die Stadt Lübbecke genutzt und unterhalten.
Im Rahmen der nun angedachten Weiternutzung soll gleichzeitig die Mitnutzung von Umkleiden und Duschen in der Kreissporthalle geregelt werden, ebenso sind die notwendigen Kosten für die Anlage und laufende Unterhaltung des Platzes einschließlich der Installierung einer Umzäunung und notwendiger Ballfangzäune zu ermitteln. Zudem solle mit den fünf Fußball spielenden Vereinen der Stadt Lübbecke über die Kompensationsmaßnahmen, wie die Übernahme von Pflegearbeiten an den bestehenden Rasensportplätzen, zu verhandeln. Die entsprechenden Mittel für den Umbau zu einem Kunstrasenplatz sollen im Haushalt 2018 bereitgestellt werden, so dass im Idealfall bereits zur übernächsten Saison der Platz dauerhaft genutzt werden kann.
Dass in Lübbecke der Bedarf für – mindestens – einen Kunstrasenplatz gegeben ist, ist nicht erst seit diesem Jahr klar. Die Umsetzung war bisher an diversen Punkten gescheitert: Neben der Frage der Finanzierung war auch bezüglich des Standorts kein Konsens gefunden worden – allein für einen zentralen Standort in Lübbecke hatten sich alle Beteiligten einmal ausgesprochen. Dabei wurde bereits im Rahmen der Sportstättenentwicklungsplanung 2014/2015 deutlich geworden, dass alle Rasensportplätze innerhalb des Stadtgebiets überspielt sind – teilweise bis zu 160 Prozent. Dadurch entstanden größere Pflegeaufwand ebenso wie häufige Platzsperren. Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, den zweiten Platz an der Obernfelder Allee als Kunstrasenstandort zu wählen – zu dem Zeitpunkt war den Beteiligten noch nicht klar, dass sich diese Möglichkeit auch an der Kreissporthalle umsetzen ließe. In der Folge haben einzelne Vereine zunächst eigene Kunstrasen-Minispielfelder realisiert. Die Situation im vergangenen Winter sorgte dann für ein Umdenken, als auch der Ascheplatz witterungsbedingt und wegen seines insgesamt nicht guten Gesamtzustands nicht als Ausweichplatz genutzt werden konnte. Bei einem Treffen im April hatten sich Vertreter der beteiligten Vereine mit Blick auf einen gemeinsamen zentralen Platz schließlich schon für den Standort an der Kreissporthalle ausgesprochen. Geplant ist dort nun ein Sportplatz in »Normalgröße«, also ein einzelner Kunstrasenplatz.
Seitens der Kreisverwaltung gab es keine Einwände – im Gegenteil, wie der Kreissportbeauftragte Fido Gast zuletzt noch am vergangenen Mittwoch beim Handballspielfest der Grundschulen in Nettelstedt betont hat. »Der Standort ist ideal – aber das müssen letztlich die Lübbecker regeln«, meinte Gast. Der Kreis hat demnach seine Bereitschaft signalisiert, den Umbau zu unterstützen und auch die Mitnutzung der Umkleiden und Duschen in der Kreissporthalle könne geregelt werden, so dass die finanzielle Belastung für die Stadt Lübbecke geringer würde, da nun kein neues Umkleidegebäude errichtet werden müsste. Dafür wird von den Vereinen nun aber auch eine Gegenleistung erwartet: Verhandelt wird noch über die Übernahme eigener Pflege- und Unterhaltungsarbeiten.
Die Zustimmung aller Vereine aus dem Stadtgebiet gilt als gesichert und ist nachvollziehbar: Wettbewerbsnachteile gegenüber den Vereinen, die Zugang zu einem Kunstrasenplatz haben, könnten minimiert werden. Zudem sind an diesem Standort die wenigsten »Nebengeräusche« zu erwarten: Der Standort ist neutral, Unstimmigkeiten wegen Trainingszeiten dürften geringer ausfallen als auf einer bestehenden Anlage eines der städtischen Vereine. Da auch stärkerer Laubbefall als Risiko für die natürliche Nutzzeit des unnatürlichen Rasens ausgeschlossen werden könne und die Parkplatzsituation durch die Kreissporthalle und die Stadtsporthalle ebenfalls gut sei, spreche einiges für den Standort, der auch in Sachen Lärmschutz für Anwohner deutlich günstiger sei als alle anderen diskutierten Plätze. Ein weiterer Vorteil: Zudem verfüge der Standort an der Kreissporthalle bereits über eine Flutlichtanlage.
Da es politischer Wille und Konsens der Vereine ist, zeitnah einen Kunstrasenplatz in Lübbecke zu errichten, dürfte die Beschlussvorlage 130/2017 den Ausschuss für Jugend und Sport am kommenden Dienstag passieren. Es folgen zwei weitere Ausschüsse und der Rat Ende September – ehe dann Klarheit herrscht, ob die entsprechenden Mittel im Haushaltsplan für 2018 bereitgestellt werden. Es hat lange gedauert, aber jetzt könnte es schnell gehen: Der erste Kunstrasenplatz in Lübbecke wird kommen.
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Hier soll Lübbeckes erster großer Kunstrasenplatz entstehen: Der Aschenplatz an der Kreissporthalle soll umgewandelt und von allen Stadtvereinen genutzt werden können. Foto: Ingo Notz
Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 05. Juli 2017

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